Vergessenes Wunderstück?

Mit dem Lumia 930, einem 5-Zoll-Smartphone der Oberklasse, will beziehungsweise wollte Nokia wieder Anschluss an den hiesigen Smartphone-Markt knüpfen. Das seit August auch hierzulande erhältliche Modell konnte sich bisweilen jedoch nur schleppend verkaufen. Woran dies liegen könnte, und ob das Lumia 930 nicht doch noch einige Highlights zu bieten hat, die das Gerät zum absoluten Geheimtipp machen, offenbart der Produktbericht.

Außenleben

Rein äußerlich betrachtet reiht sich das Smartphone nahtlos in die Serie bisheriger Modelle Lumia-Modelle aus dem Hause Nokia ein: Ein generell sehr geringer Bildschirmrand, dafür aber ein recht tiefes Gehäuse verleihen dem Modell zumindest größentechnisch die auffälligsten Besonderheiten. Ansonsten fällt das Nokia Lumia 930 voll und ganz in die Klasse gängiger 5-Zoll-Smartphones. Das Gewicht etwa liegt bei 130 Gramm, die Längs- und Breitseiten betragen 13,7 x 7,1 Zentimeter. Insgesamt liegt das Handy damit sehr gut in der Hand und lässt sich auch noch einhändig einigermaßen komfortabel bedienen. Die Handlichkeit kommt jedoch nicht von ungefähr: Auch der Alu-Rahmen spielt beim Handling eine große Rolle, da durch diesen ein schlichtweg sehr geschmeidiger Tragekomfort hervorgerufen wird. Ganz zu schweigen von dem optischen Pluspunkt, dass sich das Lumia 930 für die hochwertige Rahmenverkleidung verdient.

Display & Digicam

Ähnlich wie Samsung greift auch Nokia bei diesem 5-Zöller zu einem AMOLED-Display. Die Auflösung und die Feinzeichnung fallen dabei besonders gut aus: Satte 1.920 x 1.080 bringt der Bildschirm auf und übertrifft damit sogar das Galaxy S5, hat bei der Leuchtkraft mit aktuellen Konkurrenten jedoch das Nachsehen. Denn mit einem Wert von 342 cd/m² liegt das Nokia Lumia 930 deutlich hinter den aktuellen Spitzen-Handys à la iPhone 6 & Co. Und dennoch lässt sich die Anzeige sehr gut ablesen, da eine spezielle Bildschirmbeschichtung Sonnenstrahlen einerseits sehr gut abfängt, andererseits aber auch noch Fett- und Schmierflecken mittels „Selbstreinigungseffekt“ auf indirektem Wege bekämpft. Dicke Pluspunkte sichert sich Nokia für die Kamera: Die Hauptkamera, also die hinterrücks angebrachte Linse, stammt aus dem Hause Carl Zeiss, bringt eine Auflösung von 20 Megapixel mit sich und erlaubt dank integriertem Doppel-LED-Blitzlicht sogar das Knipsen anspruchsvoller Bilder unter sehr schlechten Lichtverhältnissen. Hier kann diese Lumia-Version sogar an zahlreichen Konkurrenten wie dem Note 4 vorbeiziehen! Etwas anders sieht es verständlicherweise bei der 2 Megapixel starken Frontkamera aus, was jedoch auch nicht weiter tragisch, sondern vielmehr nützlich ist: So können auch Videotelefonate ohne Ladezeiten geführt und Selfies innerhalb weniger Sekunden auf Soziale Plattformen hochgeladen werden – und angesichts der vergleichsweise geringen Pixelzahl liefert die Vorderlinse im Allgemeinen zumindest recht knackige Fotos.

Das Innenleben

Ausgestattet mit einem Snapdragon-Prozessor (4 x 2,2 GHz) und einem dicken Arbeitsspeicher (2 GB) hat das Nokia Lumia 930 ordentlich Dampf unter der Haube und legt ein wirklich sehr zügiges Arbeitstempo ans Licht. Einzig und allein besonders aufwendige sowie zeitgleich ausgeführte Aufgaben können die eine oder andere Sekunde Wartezeit hervorrufen. Speichertechnisch gesehen hat das Modell zudem einen 32 GB fassenden Flash-Speicher zu bieten. Eine optionale Speicherkartenerweiterung, wie sie bei vielen Konkurrenten, etwa dem G3 von LG oder dem bereits erwähnten S5 von Samsung, gegeben ist, bietet das Lumia 930 leider nicht. Allerdings hat das Modell einen großen Akku-Vorteil an Bord: Dank der Qi-Ladetechnik der hinteren Deckelverkleidung lässt sich das Nokia Lumia 930 nämlich auch kabellos aufladen! Und: Wer das gute Stück noch bis Dezember bestellt, erhält die Ladematte „Fatboy“ als Gratisbeilage! Die eigentliche Leistung des Akkus fällt mit einer Laufzeit von gut 10 Stunden im Dauereinsatz übrigens ins Mittelfeld. In Sachen Drahtlostechnik kann das Handy wiederum mit wirklich allen modernen Funkverbindungen dienen. Sogar das recht neue WLAN-ac-Verfahren wird von dem Lumia 930 unterstützt.

Software & Spezialfunktionen

Ähnlich wie bei nahezu allen Smartphones aus der finnischen Handyschmiede ist auch das Lumia 930 mit Windows Phone 8.1 ausgestattet. Summa summarum verleiht dies dem Handy ein wirklich zügiges Betriebstempo und hat in Sachen Verwaltung und Synchronisierung durchaus Vorteile zu bieten. Dennoch bleibt das Betriebssystem aus dem Hause Microsoft (auch beim Lumia 930) einer der Hauptkritikpunkte. Denn die verhältnismäßig geringe Anzahl verfügbarer Apps und das hier und da alles andere als übersichtliche Menüleben machen die Benutzung häufig unnötig kompliziert. Eine wirklich lobenswerte Besonderheit liefert Nokia beziehungsweise Microsoft allerdings mit der X-Box-Game-Kompatibilität: Mit dieser lassen sich aktuelle Spiele der X Box auch „on the go“ weiterdaddeln. Die Fortschritte werden dann per NFC oder WLAN automatisch an die Heimstation übertragen. Einen abschließenden Pluspunkt gibt es zudem für das Navigationssystem „Here“. Dieses funktioniert nämlich auch im Offline-Modus! Allerdings wird aufgrund des (europaweiten) Kartenmaterials auch der Speicher des Geräts mit zusätzlichen 2 GB belegt.

Fazit & Nutzungsoptionen

Wer ein schnelles, schickes und spielefreundliches Smartphone sucht, zudem viel Wert auf eine wirklich gute Kamera legt und sich vor den andauernden Ladevorgängen moderner High-End-Handys scheut, ist mit dem Nokia Lumia erstaunlich gut beraten. Da jedoch auch bei diesem Modell die Microsoft-Kachelwelt Windows Phone 8.1 zum Einsatz kommt, ist das Zurückhalten der Kunden durchaus verständlich. Als Folge dessen kostet das gute Stück mittlerweile nur noch gut 390 Euro, hat also einen satten Preissturz von circa 180 Euro seit dem Verkaufstart hingelegt. Allerdings stellt der derweil günstige Neukauf samt Prepaid-Karten-Einsatz noch längst nicht die beste Nutzungsoption dar! Denn erst mit einem aktuellen Handyvertrag der großen Mobilfunkanbieter, etwa mit denen der Telekom oder von Vodafone, lassen sich auch die flotten LTE-Verbindungen nutzen! Ganz zu schweigen von den zahlreichen Flatrates und Gratiseinheiten fürs Quasseln und Texten. Ob sich ein Vertrag für Sie lohnt, welcher derweil am besten auf Ihr persönliches Nutzerverhalten abgestimmt und zudem auch noch der preisgünstigste ist, verrät Ihnen unser (kostenloser!) Tarifrechner.

Eingestellt am: 22.01.2015